Cranachs Schönheitsideal

Bei seinen Frauendarstellungen ging es Lucas Cranach d. Ä. nicht um eine wirklichkeitsgetreue Abbildung: Vielmehr schuf und zeigte er seine eigenes, weibliches Schönheitsideal: kleine Köpfe, zierliches Kinn, herabfallende Schultern und sehr hohe, kleine Brüste.

Am vergangenen Wochenende ging die große Cranach Ausstellung “Meister – Marke – Moderne” im Düsseldorfer Museum Kunstpalast zu Ende. Lucas Cranach der Ältere (1472-1553) zählt zu den wichtigsten Vertretern der deutschen Renaissance. Eine der Hauptattraktionen der umfassenden Ausstellung war sein Bild “Venus und Cupido” aus dem Jahr 1509. Bei der Darstellung der Frauen und dieser seiner Venus ging es Cranach nicht um eine wirklichkeitsgetreue Abbildung: Vielmehr schuf und zeigte er sein eigenes, weibliches Schönheitsideal: kleine Köpfe, zierliches Kinn, herabfallende Schultern und sehr hohe, kleine Brüste. Heute wirken die Figuren Cranachs auf den modernen Betrachter etwas unnatürlich. Das mag auch an deren eigenwilligen Proportionen liegen. Doch seine Venus ist unzweifelhaft schön. Was empfinden Sie beim Anblick von Cranachs berühmter Venus? Doch Vorsicht: Es besteht akute Hypnosegefahr.

Foto: ARTOTHEK